Chinesische Repräsentanten aus Politik und Verwaltung der Provinz Zhejiang studieren am Ruhrgebiet, wie eine metropole Stadtregion lebenswert gemacht werden kann


Das Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung (RISP) führt in Zusammenarbeit mit dem Konfuzius-Institut Metropole Ruhr (beides An-Institute der UDE) seit dem 24. Juni ein Fortbildungsprogramm zum Thema „Urbanisierung“ für eine Delegation aus der chinesischen Provinz Zhejiang durch. Die Delegation besteht aus 24 Frauen und Männern, städtische Bürgermeister und Leiter anderer Verwaltungsebenen (Provinz, Distrikte, Kreise). Delegationsleiter ist Herr Yanyi Li, Direktor der für den Urbanisierungsprozess zuständigen Entwicklungs- und Reformkommission der Provinz Zhejiang.

Die chinesischen Teilnehmer sind für die Steuerung von Urbanisierungsprozessen in ihrer Region verantwortlich. Für eine Bevölkerung von 52 Mio. Einwohnern sind Stadtentwicklungsprozesse zu organisieren, sie betreffen das Anwachsen schon bestehender Stadtstrukturen als auch die schrittweise „Verstädterung“ von derzeit noch ländlichen Dörfern. Das Ruhrgebiet dient als polyzentrische Blaupause, nur ist die Region Zhejiang noch deutlich größer und bevölkerungsreicher.

Die Fortbildung findet unter der Leitung von Prof. Dr. Dieter Grunow in Duisburg statt und wird durch Exkursionen im Ruhrgebiet sowie nach Düsseldorf, Köln und Bonn ergänzt. Sie dauert 3 Wochen und geht noch bis zum 12. Juli 2013.

Konzept

Die Fortbildung zielt darauf, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die – in China und in der Provinz Zhejiang – zu bewältigenden Urbanisierungsprozesse einerseits Orientierungswissen zu vermitteln und andererseits Praxisbeispiele anschaulich nahe zu bringen. Leitend ist die Frage, wie Urbanisierungsprozesse in Deutschland – und insbesondere im Ruhrgebiet – verlaufen sind und mit welchen Strategien und Instrumenten sie beeinflusst oder gesteuert werden. Dabei ist einerseits die regionale und lokale Raumplanung bzw. Flächennutzung erläutert worden, andererseits aber auch die Gestaltung urbaner (funktionaler) Lebens- und Versorgungsräume.

Auf besonderes Interesse gestoßen sind alle Fragen, die sich mit der Mobilität von Arbeitskräften (in China oft so genannte Wanderarbeiter), deren Ausbildung und Integration in städtische Lebensräume befassten. Immer wieder nachgefragt worden sind auch die konkrete Ausgestaltung der föderalen Verwaltungsarchitektur und die regelgebundene, rechtsstaatliche Arbeitsweise im öffentlichen Sektor. Bei allen Themen spielen auch die Muster und Funktionen der Bürgerbeteiligung eine wichtige Rolle.

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Dieter Grunow | Wed Sep 25 12:36:57 2013
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