BQN – Berufliches Qualifizierungsnetzwerk für Migrantinnen und Migranten im Raum Emscher-Lippe

Berufliches QualifizierungsNetzwerk für Migrantinnen und Migranten“, kurz BQN Emscher-Lippe, hat das Ziel, die Berufschancen von jugendlichen Migrantinnen und Migranten in der Region zu erhöhen. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und arbeitet im Rahmen des Bundesprogramms „Kompetenzen fördern – Berufliche Qualifizierung von Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf.

Berufliches QualifizierungsNetzwerk für Migrantinnen und Migranten“, kurz BQN Emscher-Lippe, hat das Ziel, die Berufschancen von jugendlichen Migrantinnen und Migranten in der Region zu erhöhen. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und arbeitet im Rahmen des Bundesprogramms „Kompetenzen fördern – Berufliche Qualifizierung von Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf.

BQN Emscher-Lippe ist eins von 10 regionalen BQN in Deutschland.

Mit dem Netzwerk BQN reagieren wir auf die besonders schwierige Situation jugendlicher Migrantinnen und Migranten am Lehrstellenmarkt. Mehr als 30% aller ausländischen Jugendlichen in Deutschland erreichen keinen Berufsabschluss. Bei den deutschen Jugendlichen sind es 8%. In Emscher-Lippe ist das Angebot an Lehrstellen noch geringer als anderswo. Für Jugendliche mit Migrationshintergrund ist hier der Start in den Beruf besonders schwer.

Das BQN Emscher-Lippe will ein regionales Netzwerk aufbauen, an dem möglichst viele Akteure des Arbeits- und Ausbildungsmarktes beteiligt sind:

  • die Agentur für Arbeit
  • Fachbereiche der Kommunen
  • Migrantenorganisationen
  • Kammern
  • Unternehmen
  • Gewerkschaften
  • wissenschaftliche Einrichtungen
  • Schulen
  • Kindergärten
  • Beratungsstellen
  • Träger der Weiterbildung

Durch die Zusammenarbeit vieler Akteure, Projekte und Initiativen in der Region sollen vorhandene Angebote zur Beratung und Förderung vernetzt und weiter entwickelt werden, erfolgreiche Ansätze sollen sich über die Stadtgrenzen hinaus verbreiten und neue Ideen gemeinsam vorangebracht werden – damit jungen Migrantinnen und Migranten der Start in den Beruf besser gelingt.

Einige Partner kooperieren bereits im BQN und haben mit der Arbeit begonnen. Wir wollen aber noch viele andere für eine Zusammenarbeit gewinnen. Denn BQN Emscher-Lippe soll ein offenes Netzwerk sein – offen für Anregungen, Austausch und gemeinsames Lernen.

Die Schwerpunkte des BQN Emscher-Lippe

Ausbildungsplätze für die Region

Ein Schwerpunkt ist die Ansprache von Betrieben, insbesondere die Zusammenarbeit mit Unternehmern, die selbst Migranten sind. In der Region gibt es ungenutzte Potenziale an Ausbildungsplätzen, besonders in kleineren Betrieben. BQN Emscher-Lippe will durch Beratung, Begleitung und Unterstützung der Betriebe Ausbildungshemmnisse abbauen und dazu beitragen, dass Entscheidungsträger die Potenziale der Jugendlichen mit Migrationshintergrund besser erkennen. Viele junge Migrantinnen und Migranten haben besondere Kompetenzen wie interkulturelles Wissen und Mehrsprachigkeit, die angesichts der europäischen Märkte für Unternehmen notwendig und wertvoll sind. Hinzu kommt, dass in den nächsten Jahren die Zahl der einheimischen deutschen Schulabgänger sinken wird. Den Betrieben werden absehbar junge gut ausgebildete Fachkräfte fehlen.

Sprachförderung und Beratung im Übergang von der Schule zum Beruf

Ein weiterer Schwerpunkt des BQN ist die Verknüpfung und Ergänzung der bestehenden Angebote zur Bildungsberatung und zur Sprachförderung. Das BQN-Netzwerk will diese Angebote weiterentwickeln und die Lücken in der Beratung aufspüren. Junge Migrantinnen und Migranten und deren Eltern sollen besser informiert werden über Sprachförderung, über die duale Ausbildung, die neuen Berufsbildern und die Zukunftsberufe in der Region. Das BQN plant dazu Veranstaltungen in Kultur- und Moscheevereinen, für Elterninitiativen und Schulen. Migrantenorganisationen, Kulturvereine und Ausländerbeiräte, die im BQN mitarbeiten, werden diese Aktivitäten leiten und die anderen Netzwerk-Partner beraten. Hinzu kommen Seminare für junge Studierende mit Migrationshintergrund. Sie werden im BQN als Multiplikatoren ausgebildet und sollen als Vorbilder und Ansprechpartner für Jugendliche die „Hilfe zur Selbsthilfe“ stärken.

Chancen für angeblich „Chancenlose“

In einer Region wie Emscher-Lippe mit besonders geringem Lehrstellen-Angebot haben jugendliche Migrantinnen und Migranten mit schlechten oder gar keinen Schulabschlüssen so gut wie keine Chance auf einen Ausbildungsplatz. Hier sind besondere Anstrengungen nötig, um trotzdem zu helfen. In manchen Kommunen gibt es bereits innovative Ansätze, um diese „chancenlosen“ Jugendlichen zu unterstützen. Diese Beispiele sollen im BQN gestärkt und weiter entwickelt werden. In der Region soll ein Netzwerk entstehen, das dazu beiträgt, solche Beispiele guter Praxis auch in anderen Kommunen zu übernehmen.

Wissenschaftsnetzwerk Emscher-Lippe

Die Region Emscher-Lippe weiß zu wenig über sich selbst – besonders wenn es um das Thema der Berufschancen für Migranten und Migrantinnen geht. Das BQN Emscher-Lippe wird daher ein Wissenschaftsnetzwerk errichten, das wissenschaftliche Kenntnisse für die Region zugänglich macht. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Nachbar-Universitäten und Instituten werden mit regionalen Akteuren aus der Praxis zusammenarbeiten. Damit soll fundiertes wissenschaftliches Wissen über die regionalen Probleme beim Übergang von der Schule zum Beruf neu entstehen und im Alltag nutzbar sein.

Öffentlichkeit

Warum berichten die regionalen Medien – Zeitungen und Radio – so selten über die berufliche Situation von jungen Migrantinnen und Migranten? Und warum hört man meist von negativen „Problemfällen“ und so selten von „positiven Beispielen“ und guten Lösungen?

BQN Emscher-Lippe will den Blick verändern. Wir wollen öffentliche Debatten anstoßen zum Thema „Zukunft in Emscher-Lippe“, in denen junge Migrantinnen und Migranten so erscheinen, wie sie sind: als aktive Persönlichkeiten mit vielen wertvollen Fähigkeiten und eigener Meinung, die über die Zukunft der Region mitbestimmen. Und wir wollen die „Migrantenöffentlichkeit“ mit ihren besonderen Medien und Verbreitungswegen erreichen. Damit Integration praktisch wird: durch die gemeinsame Arbeit aller Beteiligten.

Das RISP hat im Rahmen des BQN Emscher Lippe die Aufgaben übernommen, das Wissenschaftsnetzwerk aufzubauen sowie sechs Situationsanalysen zu verschiedenen Problemfeldern zu erstellen.


Laufzeit:
Februar 2004 bis Juli 2006

Projektbearbeitung

Projektleitung



Dr. Hans Uske

E-Mail: hans.uske@uni-duisburg-essen.de
Tel: +49 (0)203 36303-31


Projektmitarbeiter/innen



Elke Stolpe

E-Mail: elke.stolpe@uni-duisburg-essen.de
Tel: +49 (0)203 3630330

Türkan Yilmaz

E-Mail:
Tel: +49 (0)203 28099-


Auftraggeber

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Ausgewählte Publikationen


  • Conteh, Inga: BQN Arbeitspapier 17 - Kommentierte Auswahlbibliographie zur beruflichen Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in der Emscher-Lippe-Region. 2006. - | Download
  • Yilmaz, Türkan: BQN Arbeitspapier 6 - Migrantenöffentlichkeit in der Region Emscher-Lippe. Eine kursorische Medien-Studie. 2006. - | Download
  • Jäger, Margarete / Uske, Hans: Daten und Meinungen zur Ausbildungssituation in der Region Emscher-Lippe. 2005. - 30| mehr...
  • Kaewnetara, Eva / Uske, Hans: BQN Arbeitspapier 5 - Überlegungen zum Aufbau eines Wissenschaftsnetzwerkes BQN Emscher-Lippe. 2005. - | Download
  • Uske, Hans / Yilmaz, Türkan: BQN Arbeitspapier 4 - Wie mobil sind jugendliche Migrantinnen und Migranten aus Gelsenkirchen?. 2005. - | Download