Gender Monitoring / Öffentlichkeitsarbeit. Teilprojekte im Rahmen der EQUAL-Entwicklungspartnerschaft „ChanZE – Chancengleichheit für Frauen und Männer in den Zukunftsfeldern der Region Emscher-Lippe“

Ziel des Teilprojektes Gender Monitoring ist es, ein Planungsinstrument zu entwickeln, das es regionalen Akteurinnen und Akteuren erlaubt, zuverlässige Aussagen über die Chancenverteilung von Frauen und Männern in regionalen Kompetenzfeldern zu machen. Dies erfolgt durch eine umfangreiche Datenanalyse. Als Ergebnis soll ein System von Kennzahlen entwickelt werden, das künftig bei der Einrichtung und Bewertung von regionalen Kompetenzfeldern berücksichtigt werden soll.

Da es bislang noch kein Instrument gibt, mit dessen Hilfe Gender-gap in den Kompetenz und Zukunftsfeldern der Region gemessen werden könnte, muss diese Instrumentengrundlage zunächst entwickelt werden. Ausgangspunkt für diese Entwicklung ist eine Situationsanalyse, mit der wir unsere arbeitsmarktpolitischen Ziele beschrieben haben: Der Aspekt der Chancengleichheit von Männern und Frauen hat bisher bei der Diskussion um Kompetenzfelder keine Rolle gespielt. Dies gilt für die ursprünglichen Felder Neue Chemie, Zukunftsenergien, Industrieservice und Freizeitwirtschaft, aber auch für die Ergänzung durch das Kompetenzfeld Gesundheitswirtschaft, das zwar die Gender-Bilanz der Region verbessert, aber gerade nicht unter diesen Gesichtspunkten implementiert wurde.

Als ersten Schritt für das Instrument des Gender Monitoring werden wir ein gender-spezifisches Data-scaping entwickeln, das parallel dazu modellhaft in der Region erprobt werden soll. Dabei werden gender-relevante Arbeitsmakt- und Beschäftigungsdaten in Beziehung gesetzt zu Daten aus der Bevölkerungs- Sozial- und Bildungsstatistik sowie zu regionalen Landkarten der Betreuungssysteme (z.B. Kindertagesstädten, Ganztagsschulen etc.)

Am Ende der Entwicklungsphase werden wir zwei Ergebnisse vorzuweisen haben, die wir in der EP und in der ExperInnenöffentlichkeit zur Diskussion stellen wollen:

1. Eine Dokumentation des gender-spezifischen Data-scaping für die Region Emscher-Lippe.

2. Eine Beschreibung des erprobten Instruments des gender-spezifischen Data-scaping.

Beide Ergebnisse sollen in ExpertInnenkreisen bewertet werden. Diese Bewertung wiederum ist Grundlage für unseren zweiten Arbeitsschritt: Die Entwicklung von Instrumenten zur gendersensiblen Veränderung von strukturpolitischen Planungsprozessen. Dieser zweite Schritt setzt allerdings eine Sensibilisierung für dieses Themenfeld voraus, die im Ausgangspunkt noch nicht gegeben ist. Die Resultate der Arbeit der EP, im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, aber auch in den anderen Feldern sollen hierfür die Voraussetzungen schaffen. Ein Modell einer gendersensiblen Veränderung von Planungsprozessen ist nur zusammen mit den Akteuren dieser Planungsprozesse sinnvoll. Hier wird es verstärkt darauf ankommen, einen gemeinsamen Arbeits- und Diskussionsprozess mit unseren jetzigen und künftigen Strategischen Partnern durchzuführen.

Ein dritter Schritt wäre dann die Implementierung der entwickelten Analyseinstrumente (gender-spezifisches Data-scaping) und der Planungsinstrumente. Anregungen hierzu erwarten wir auch durch die Arbeitsergebnisse unserer Transnationalen Zusammenarbeit. Gelingt uns dieser Schritt, dann hätte die Entwicklungspartnerschaft einen wichtigen Baustein ihrer Nachhaltigkeitsziele erreicht. Parallel dazu werden wir im Rahmen des Teilprojektes Anstrengungen unternehmen, die entwickelten Instrumente im Rahmen unserer Mainstreaming-Strategie in der Arbeitspolitik des Landes Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus zu verankern. Als Ergebnis des Teilprojekts liegt uns somit ein Instrument für die Analyse der regionalen Arbeits- und Strukturpolitik vor, welches für andere Arbeitsmarktregionen zielführend sein kann.

TP Öffentlichkeitsarbeit:

1. Mit Hilfe der allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit wollen wir eine regionale Sensibilisierung für die Arbeit der Entwicklungspartnerschaft erreichen und den diskursiven Boden für Implementationsstrategien bereiten. In besonderem Maße soll die Zielgruppe auf verschiedenen Wegen informiert werden.

2. Im Rahmen der Mainstreaming-Strategie der Entwicklungspartnerschaft (EP) wird die Fachöffentlichkeit über die Arbeit und die Produkte der EP informiert mittels Kolloquien, Kongressen, Pressearbeit, Web-Site und Veröffentlichungen.


Laufzeit:
Juli 2005 bis Dezember 2007

Kooperationspartner | Links

Projektbearbeitung

Projektleitung



Dr. Ute Pascher-Kirsch

E-Mail: ute.pascher-kirsch@uni-duisburg-essen.de
Tel: +49 (0)203 36303-32


Projektmitarbeiter/innen



Elke Stolpe

E-Mail: elke.stolpe@uni-duisburg-essen.de
Tel: +49 (0)203 3630330


Auftraggeber

Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA)Europäischen Sozialfonds (ESF)

Ausgewählte Publikationen


  • Pascher, Ute: Familienbewusste und chancengerechte Personalpolitik. Bericht zur Fachveranstaltung der IG BCE Bezirke Recklinghausen / Gelsenkirchen und der WIN Emscher-Lippe GmbH mit der EQUAL-Entwicklungspartnerschaft ChanZE. 2006. - | Download