Patenschaften zwischen Unternehmen und Vereinen

In Stadtteilen, in denen viele Migrantinnen und Migranten leben, gibt es Sportvereine, deren Mitglieder und Kunden vorwiegend Menschen mit Migrationshintergrund sind. Diese Sportvereine können eine wichtige arbeitsmarktpolitische Funktion übernehmen. Es sind Orte, in denen bestimmte Jugendliche und ihre Familienangehörigen regelmäßig verkehren. Konzepte, die es zum Ziel haben, gerade schwierig zu vermittelnde Jugendliche in Ausbildungen zu bringen, könnten hier geeignete Ansatzpunkte finden. Für bestimmte Kinder und Jugendliche sind die Sportvereine ein wichtiges Element ihrer Lebenswelt. Hier sind sie (und ihre Eltern) erreichbar für Angebote der Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.

In dem Projekt „Patenschaften zwischen Unternehmen und Vereinen“ will der türkische Unternehmerverband MUT zusammen mit den drei Sportvereinen Rhenania Hamborn, Dersimspor und FSV Duisburg, dem Stadtportbund und dem Rhein-Ruhr-Institut an der Universität Duisburg-Essen ein Modell entwickeln, wie das arbeitsmarktpolitische Potential von Sportvereinen für diese Zwecke genutzt werden kann.

  • In dem Projekt sollen Zugänge zu Ausbildungsstellen in der lokalen Ökonomie eröffnet werden.
  • Kinder aus Migrantenfamilien, die noch zur Schule gehen, sollen über die Vereine Perspektiven für eine künftige Ausbildung vermittelt werden.
  • Eltern, die in der Regel wenig über das deutsche Ausbildungssystem wissen, sollen von kompetenten Akteuren realistische und verständliche Informationen über die Möglichkeiten einer Ausbildung für ihre Kinder bekommen. Der Unternehmerverband MUT wird dabei eine vermittelnde Rolle zwischen den Sportvereinen und verschiedenen Unternehmen, Verbänden und Kammern, zu denen er Kontakt hat, übernehmen.
  • Es sollen Partnerschaften zwischen lokalen Unternehmen und den Sportvereinen entstehen.
  • Kindern und Jugendlichen aus den Vereinen soll die Möglichkeit vermitteln werden, durch Besuche oder Praktika die Berufswelt kennen zu lernen.
  • Vertreter der lokalen Wirtschaft (Unternehmen, Kammern, Verbände) sollen in den Vereinen die Eltern über die beruflichen Möglichkeiten ihrer Kinder informieren.

Parallel dazu sollen die Vereine in ihrer Integrationsfunktion gestärkt werden. Der Duisburger Stadtsportbund (SSB) soll die Vereine u.a. dabei beraten, wie sie ihre Vereinsarbeit den neuen Trends im Sport anpassen können. Um Jugendliche, aber auch Ältere, gezielt ansprechen zu können, müssen sich die Vereine neuen Trendsportarten öffnen und – im Zuge des demografischen Wandels – sich auch auf die sportlichen Bedürfnisse älterer Migrantinnen und Migranten einstellen. Nur so können sie künftig ihre Integrationsfunktion im Stadtteil wahrnehmen.

Ziel ist es, ein Modell zu entwickeln, wie Sportvereine (ähnlich wie Schulen) in besonders benachteiligten Stadtteilen ihre „eigentliche“ Funktion zivilgesellschaftlich erweitern können, und zwar im Eigeninteresse: Denn nur dies sichert die Nachhaltigkeit des Vorhabens: Wenn die Vereine erkennen, dass ein solches Modell ihnen nur Vorteile bringt (mehr Mitglieder, zufriedenere Kunden) werden auch andere Vereine diesem Beispiel folgen.


Laufzeit:
Juli 2007 bis September 2008

Kooperationspartner |

Projektbearbeitung

Projektleitung



Dr. Ute Pascher-Kirsch

E-Mail: ute.pascher-kirsch@uni-duisburg-essen.de
Tel: +49 (0)203 36303-32



Auftraggeber

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)