Gesellschaftliche und berufliche Integration von Migranten 14+

Wissenschaftliche Begleitung des Projektes: “Gesellschaftliche und berufliche Integration von Migranten 14+” – ein Kooperationsprojekt mit der Handwerkskammer Bildungszentrum GmbH Münster und der Landeszentrale für Politische Bildung Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen ist ein Einwanderungsland. Jeder vierte Einwohner des Landes hat inzwischen einen Migrationshintergrund. Das sind mehr als vier Millionen Menschen – Tendenz steigend. Die zweite und dritte Generation der Zugewanderten ist allerdings nicht so gut integriert wie erwartet. Sie haben schlechtere Bildungschancen. Fast ein Fünftel der jungen Männer ohne deutschen Pass in Nordrhein-Westfalen bleibt ohne Schulabschluss.

Hier setzt häufig eine auch für die Gesellschaft folgenschwere Abwärtsspirale ein: Ohne Job und attraktive Zukunftsperspektiven fühlen sich Jugendliche, die unter schwierigen Bedingungen aufwachsen, ausgegrenzt. Manche neigen zu „kompensatorischen Fehlorientierungen“: Besonders deutlich zeigt sich das bei einigen jungen Männern, die zu Frust, Macho-Verhalten und Gewaltbereitschaft neigen. Solche Verhaltensweisen sind mit einem demokratischen Zusammenleben nicht vereinbar und stehen den Jugendlichen bei der Suche nach einer Lehrstelle und
Anerkennung in der Gesellschaft im Weg. Die eigene Lage erscheint dann aussichtslos und das Potenzial dieser Jugendlichen geht für die Gesellschaft verloren. Das Handwerk kann auf dieses Potenzial nicht verzichten. Bereits heute herrscht in vielen Sektoren der Wirtschaft Fachkräftemangel. Angesichts der demografischen Entwicklung werden in absehbarer Zeit Qualifikationspotenziale knapp. Die Konkurrenz um gut qualifizierbaren Nachwuchs wird erheblich steigen. Das Modellprojekt unterstützt Jugendliche in Schulen mit besonders hohem Zuwanderungsanteil. Innerhalb eines integrierten Ansatzes zielt es darauf ab, die beruflichen Chancen von jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern, sie bei der Suche nach ihrer künftigen Rolle in der Gesellschaft zu unterstützen und ihr Verständnis für die Grundlagen unserer Gesellschaft und des demokratischen Zusammenlebens zu stärken.

Die Schulen bündeln Gesellschaftskunde, berufliche Orientierung, Wahlpflichtunterricht und Projekttage etc., um unabhängig vom 45-Minuten-Takt eine größere Freiheit bei der Wahl von Lernort und Methode nutzen zu können. Ziel ist es, die Jugendlichen auf drei Ebenen zu unterstützen:

  • a) persönliche Ebene
  • b) berufliche Ebene
  • c) gesellschaftspolitische Ebene

Das Modellprojekt wird zunächst an vier Schulen in Nordrhein-Westfalen durchgeführt:

  • Gesamtschule Berger Feld in Gelsenkirchen
  • Geistschule in Münster
  • Fürstenbergschule Münster
  • Geschwister-Scholl-Schule in Ahlen

An der Entwicklung des Projektes beteiligen sich Korrespondenzschulen auch außerhalb des Kammerbezirkes Münster. Die Zusammenarbeit der Projektbeteiligten wird durch die internetbasierte Arbeitsplattform (BSCW) des Fraunhofer Instituts für angewandte Informationstechnik unterstützt und mit Hilfe des Instituts für die spezifischen Bedürfnisse des Projektes weiterentwickelt.

Die Evaluation des Modellprojekts 14plus übernimmt das Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung e.V. an der Universität Duisburg-Essen (RISP).“


Laufzeit:
Juli 2006 bis September 2009

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Projektbearbeitung

Projektmitarbeiter/innen



Dr. Thomas Schweer

E-Mail: thomas.schweer@uni-due.de
Tel: +49 (0)203 28099-11


Auftraggeber