Forschungsgruppe Migration und interkulturelle Kommunikation (Mikom)

Die im Jahre 2001 im RISP neu gegründete Forschungsgruppe Migration und interkulturelle Kommunikation (Mikom) befasst sich im weitesten Sinne mit Fragen des interkulturellen und interreligiösen Zusammenlebens aus der Perspektive der Bildungs-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften. Im Mittelpunkt stehen dabei die vier Forschungsbereiche: Migration und Integration, Interkulturelle Pädagogik und Qualifizierung, Religionspolitologie und kulturreligiöse Konfliktforschung sowie internationale Hochschulforschung. Im Rahmen dieser vier Forschungsbereiche werden im Einzelnen die folgenden Aufgabenfelder bearbeitet:

  • Europäische und regionale Migrations- und Integrationsforschung
  • Interkulturelle Pädagogik im inner- und außerschulischen Bildungsbereich einschließlich religiöser und beruflicher Integrationsförderung
  • Interkulturelle Qualifizierung von Lehrern und Lehrerinnen aller Schulformen und von sozialpädagogischen Fachkräften in Kooperation mit Bildungsträgern
  • Empirische Begleitforschung und Evaluation von kommunalen und regionalen Maßnahmen für kulturreligiöse, d. h. interkulturelle und interreligiöse Eingliederungs- und Lernprozesse
  • Empirische Religionspolitologie und kulturreligiöse Konfliktforschung

  • Religionspolitologische und kulturreligiöse Politikberatung

  • Universitäre Lernkulturen im internationalen Vergleich; Europäische Vernetzung von interkulturellen Studienprogrammen


Bei allen Forschungsbereichen und Aufgabenfeldern liegt der Schwerpunkt der Tätigkeiten eindeutig in der anwendungsorientierten Forschung. Die Durchführung von Forschungsprojekten erfolgt daher jeweils in enger Kooperation mit Migrantenorganisationen und Religionsgemeinschaften sowie mit kommunalen bzw. regionalen Partnern aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Bildung und Kultur. Die Entwicklung, Erprobung und Durchführung kulturreligiöser Qualifizierungsmaß nahmen im inner- und außerschulischen Bildungsbereich erfolgt auf der Basis von empirischen Befragungen, um gewährleisten zu können, dass dabei die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt werden.

Weitere Informationen zum Forschungsansatz der FG Migration und interkulturelle Kommunikation finden Sie hier:

Kulturreligiöser Hintergrund und religionspolitologischer Forschungsansatz

Dokumentationen und Materialien der Forschungsgruppe finden Sie unter den laufenden und abgeschlossenen Projekten. Unsere Materialen finden Sie zudem auf den Seiten der Vielfalt-Mediathek des Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e. V. (IDA). IDA sammelt, archiviert, verleiht und vernetzt Materialien und Projekte, die in den verschiedenen Bundesprogrammen gegen Rechtsextremismus, Menschenfeindlichkeit und Gewalt entstanden sind bzw. entstehen.

www.vielfalt-mediathek.de

 

Laufende Projekte

Israelkritik und Judenfeindschaft

Hauptziel des Modellprojekts „Israelkritik und Judenfeindschaft“, das im Rahmen des BMFSFJ Bundesprogramm “Demokratie leben!” gefördert wird, ist die Entwicklung, Erprobung und Verbreitung von neuen Präventions- und Fortbildungsangeboten gegen religiös, politisch wie sozial bedingte Formen von aktuellem Antisemitismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.


Laufzeit:
Januar 2015 bis Dezember 2019

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Die Wahrnehmung des Verhältnisses von Politik und Religion in der Bundesrepublik Deutschland. Eine empirische Studie zur Religiosität und Areligiosität und deren Bedeutung für das Politische

Selten hat es so viel Streit über Religion gegeben wie in der jüngsten Vergangenheit. Die Debatten um den Karikaturenstreit, um den neuen Atheismus in unserer Gesellschaft, um die Kritik der protestantischen Kanzlerin an kirchenpolitischen Entscheidungen des Papstes, um die Islamkonferenz des Bundesinnenministers und die Integration der Muslime, um die Moscheeneubauten in München, Köln und Duisburg und die Schaffung eines „Euro-Islam“, um das Scheitern des Volksentscheids für den Religionsunterricht in Berlin, um das Minarettverbot in der Schweiz, um das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Ladenöffnung an allen vier Adventssonntagen in Berlin sowie jüngst um die Missbrauchskrise der Katholischen Kirche: All diese zuletzt öffentlich ausgetragenen Kontroversen weisen darauf hin, dass Religion und Religionskritik mit Vehemenz in den öffentlichen Raum zurückgekehrt sind. Die Religionszugehörigkeit und Religiosität der Bürgerinnen und Bürger wird von Öffentlichkeit und Politik wenn nicht ausschließlich im Modus des Konflikts, so doch zunehmend in der Alternative zwischen politischer Konfliktverschärfung einerseits und gesellschaftlicher Koexistenz-, Integrations- und Kohärenzförderung andererseits wahrgenommen. Vor diesem Hintergrund stellt sich grundsätzlich die Frage nach der Vereinbarkeit religiöser und säkularer Überzeugungen mit dem Wertekanon der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Ziel des Vorhabens ist es, einen ersten Beitrag zur Etablierung einer empirischen Religionspolitologie auf der Grundlage des theoretischen Konzepts der Religionspolitologie zu leisten, um darauf aufbauend eine repräsentative empirische Befragung der Bevölkerung Deutschlands durchzuführen.

Ansprechpartner/in: Dipl.-Soz.-Wiss. Peter Krumpholz

Laufzeit:
Januar 2012 bis Dezember 2015

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